Es begann im Jahr 1999

Als Schüler von Sensei Roberto Danubio in Weinfelden hatte ich bereits einige Jahre lang erfolgreich Wettkämpfe bestritten und den 2. Dan erlangt. Ich war 28 Jahre jung und voller Tatendrang, als ich Ende der neunziger Jahre den Rücktritt aus der Elite-Nationalmannschaft sowie von der Funktion als deren Captain bekannt gab. Doch das sollte nicht das Ende meiner Karate-Laufbahn sein. Immer wieder beschäftigte ich mich während meiner Profi-Karriere mit dem Gedanken, eines Tages eine eigene Karateschule zu eröffnen. Denn Karate ist meine Lebenseinstellung und meine Leidenschaft. 

Diese Philosophie und Passion weiterzugeben, Erwachsene und Kinder im Wado-Kai Karate zu unterrichten, wie auch jungen Wettkämpfern zu ihren Erfolgen zu verhelfen, waren meine grössten Träume zu dieser Zeit.
Aber konkret auf die Suche nach einem geeigneten Raum für mein Dojo hatte ich mich bislang noch nicht begeben, hatte ich doch noch meinen Job als gelernter Schreiner, absolvierte die Schule zum Technischen Sachbearbeiter in St. Gallen und leistete nebenher Einsätze bei der Sicherheitsfirma Delta Security. So war es eher ein Wink des Schicksals, als mich diese im September 1998 nach einer 12-Stunden Schicht im Hallenstadion bat, anschliessend noch eine 6-stündige Schicht in Kreuzlingen anzuhängen, über die ich natürlich alles andere als erfreut war. Aber aus heutiger Sicht war es das Beste, was mir passieren konnte. Denn genau während dieser Schicht entdeckte ich den grossen Raum im 1. Stock der Schreinerei Brändli. Er war hoch, hatte viele grosse Fenster, war wunderbar hell und zudem ohne Säulen, die ein Training behindern könnten. Darüber hinaus war ein Parkplatz mit ca. 50 Plätzen vorhanden und der Standort Kreuzlingen mit seinem grossen Einzugsgebiet, einfach perfekt. Ich war von der Stelle weg begeistert und mir war klar, dass ich schnell handeln musste. Deshalb konnte ich auch nicht den Wochenbeginn abwarten und rief gleich am nächsten Tag, einem Sonntag, bei Herrn Brändli an. Gross war die Freude zu hören, dass für die Planung zu diesem Raum noch nichts Konkretes feststand. Von Loft Wohnungen war die Rede, aber er konnte sich auch durchaus vorstellen ein Gewerbe in die Räume einzuquartieren. 

Ein paar Tage später stand ich zum ersten Mal in meinem zukünftigen Dojo, einem 190 m2 grossen Rohbau. Es würde sehr viel Arbeit auf mich zukommen, um diese Lagerhalle in ein Dojo umzubauen. Fussböden müssten verlegt, Wände gestrichen, Garderoben, Duschen und Toiletten eingebaut werden. Aber das würde diesem Raum wiederum sehr viel Platz wegnehmen. Als gelernter Schreiner könnte ich einiges selbst machen, Elektrizität und Sanitäranlagen müssten von professionellen Firmen installiert werden und trotzdem wäre ich auf die Hilfe von Freunden und Bekannten angewiesen, die bereit wären nach Feierabend und an Wochenenden mit mir mehr Arbeit zu leisten.

Aber das hier war die Chance meines Lebens und die musste ich packen.

In den darauffolgenden Wochen führte ich unzählige Gespräche mit meinen Eltern, die mir in meinem Unterfangen ihre vollste Unterstützung gaben, mit Arbeitskollegen und Freunden mit handwerklicher Begabung, ohne deren Hilfe ich diesen Umbau in so kurzer Zeit nicht geschafft hätte. 
Meine Lehrer in der Schule zum Technischen Sachbearbeiter, berieten mich bei der Marktanalyse und Finanzplanung, meine Karatekollegen erzählten mir ihre Erfahrungen aus der Praxis und nicht zuletzt studierte ich zusammen mit Mette die Verträge.
Vom Bauchgefühl her war ich Feuer und Flamme für mein Projekt, mein Intellekt aber beschied mir unzählige schlaflose Nächte. Endlose Gedanken über die Finanzierung dieses Unternehmens und dessen erfolgreiches Bestehen über viele Jahre, zogen durch meinen Kopf, bis der endgültige Anstoss von meinem Vater kam: „Wenn du es nicht tust, weisst du nicht, ob du es geschafft hättest“ Dank dieser Worte und seiner finanziellen Unterstützung, wagte ich den endgültigen Schritt.

Der Umbau

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