Der Umbau

Wie der Zufall es wollte, konnte ich etwa 2 Monate nach meinem Entscheid, das Dojo zu gründen, die angrenzende 1½ Zimmerwohnung dazu mieten. Für mich nochmals eine freudige Überraschung, da nun diese Wohnung in die Raumplanung mit integriert werden konnte. Nun blieb also ausreichend Platz für Damengarderobe, Duschen und Toiletten, um die Gesamtfläche von 190 m2 für die Trainingshalle zu erhalten.

Der Umbau begann im Februar 1999 mit dem Durchbruch zur Anliegerwohnung. 4 Monate intensive Arbeiten standen uns bevor, da die Eröffnung am 15. Mai bereits feststand.

Noch während ich zusammen mit Kollegen den Schutt des Durchbruchs sowie der herausgerissenen Küche und des Badezimmers der 1½ Zimmerwohnung entsorgte, isolierten Arbeiter der Schreinerei Brändli den Fussboden des Dojos und befestigten die Holzlatten.

Abends arbeitete ich stundenlang bis spät in die Nacht an der Grundkonstruktion und leistete damit viele Vorarbeiten für die beauftragten Firmen, die tagsüber ihre Arbeiten verrichten konnten.
Heute kann ich kaum mehr sagen, wieviele Stunden meine Tage hatten. Ich war froh, wenn ich nachts wenigstens ein paar Stunden schlafen konnte und glücklich, dass alles nach Plan verlief.

Mein ganzes Interesse galt der Planung und dem Umbau des Dojos. So war es für mich ein Bedürfnis, soviel wie möglich zu helfen oder selbständig zu arbeiten.

Die Wand beim heutigen Aufenthaltsraum, wie auch in der Herrengarderobe wurde von der Schreinerei Brändli isoliert. Um die Herrengarderobe von der Trainingshalle zu trennen, zogen wir eine Wand hoch. Gemäss Brandschutzverordnung war es notwendig feuerfeste Türen zu montieren, auch das war eine Arbeit die vom Brändli-Team erledigt wurde. Die Sanitären Anlagen installierte die Firma Paul Herzog AG. Obwohl für mich absolutes Neuland, half ich auch dabei, so gut ich konnte. Die Damengarderobe legte ich in die hinteren Räume, der ehemaligen Anliegerwohnung. Hier beanspruchte der Parkettboden sehr viel Zeit. In unzähligen Schritten musste ich ihn schleifen und neu versiegeln.

Als dann die massgeschneiderten Spiegel geliefert wurden und wir diese an der Rückseite montiert hatten, bekam der Raum eine ganz neue Dimension.

Glücklicherweise verlief der Umbau ohne grosse Zwischenfälle und wir Handwerker waren in kürzester Zeit ein eingespieltes Team, sodass die Arbeiten reibungslos Hand in Hand ausgeführt wurden. 
Nebst den schweisstreibenden handwerklichen Arbeiten, versuchte ich mir kleine Zeitfenster für meine Abschlussarbeit und Diplomprüfung zum Technischen Sachbearbeiter zu schaffen, die ich einen Monat vor der Eröffnung erfolgreich abschloss.

Wenige Tage vor der Eröffnungsfeier wurden die letzten Arbeiten am Dojo beendet.
Frisch gestrichen erstrahlte es lichtdurchflutet im neuen Glanz. Bereit, sich der breiten Öffentlichkeit zu zeigen.
Doch wie sollte ich meine Schule nennen? Der Name sollte kurz und in unseren Breitengraden verständlich sein, somit schieden japanische Bezeichnungen aus. Ich wollte ein Zentrum erschaffen, in welchem Menschen zusammenkommen, um gemeinsam den Weg des Karates zu gehen. Deshalb entschied ich mich für „Karatecenter“. Roger Gartenmann, ein Karatekollege aus Weinfelden, riet mir dazu, auch meinen Namen Reto Kern zu verwenden, weil man mich im nationalen und internationalen Wettkampfsport bereits kannte.
Das „Karatecenter Reto Kern“ war geboren.

Es begann im Jahr 1999 Die Eröffnungsfeier 15. Mai 1999

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