Das Karatecenter etabliert sich 2006 -2007

Das Angebot im Karatecenter vergrösserte sich mit der Einführung der Morgengruppe jeweils am Dienstag- und Donnerstagvormittag. Das hatte sich so ergeben, weil sich immer mehr Mütter oder vereinzelt auch Väter für den Kampfsport zu interessieren begannen.
Ich hatte schon bald eine gute Anzahl von interessierten Mitgliedern, die mich oft mit ihren Fragen löcherten. Viele Antworten fielen mir leicht, andere hatte ich so noch gar nicht gesehen und ich merkte bald, wie lehrreich diese Trainingsstunden auch für mich waren und sind.

Karate mit seinen verschiedenen Stilrichtungen und Grossmeistern hatte mich schon immer beschäftigt und ich hatte mir dadurch ein grosses Wissen angeeignet. Doch um mich stetig weiterzubilden und die Ideologie unseres Stil Gründers Ohtsuka Hironori wirklich zu verstehen, reiste ich fast jährlich nach Schweden zu den Sommerlehrgänge von Sensei Shingo Ohgami, einem direkten Schüler von Sensei Ohtsuka Hironori.
Im Jahr 2006 bestand ich nach einem dieser Sommerlehrgänge bei Sensei Ohgami in Schweden erfolgreich die Prüfung zum 4. Dan.

Wenn man 1. oder 2. Dan wird, hat man kaum Ahnung davon, was so ein Dan bedeutet oder was dahintersteckt. Natürlich ist man sehr Stolz und man fliegt fast, wenn man zum erste Mal einen Schwarzgurt anzieht. Während der Vorbereitungen auf den 4. Dan war es für mich normal, dass man Höchstleistungen durch Explosivität und genaue Techniken erbringt. Ich hatte ja auch mehr als ein Jahr darauf hin trainiert und ich dachte, als 5. Dan kannst du dies auch und als 6. Dan erst recht. Nun bin ich 5. Dan und kenne die meisten Techniken im Wado und nun habe ich wirklich begriffen: Oh, Schreck, du kannst nicht mehr schneller werden, du kannst nicht noch schönere Techniken machen. Du musst dein Wissen vergrössern und weiter üben, damit deine Techniken mit weniger Aufwand effektiver werden. Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass ich nun härter schlagen kann mit weniger Aufwand.

Wieder zu Hause angekommen, begannen die intensiven Trainings zum Wado Europacup in Budapest, an welchem Raphael und Dragan ihre erste Goldmedaille gewannen.

Dankbar über die juristische Unterstützung von meiner Frau Mette und die wertvolle Hilfe meiner Eltern im Support und der Reinigung des Dojos, hatte ich mich mittlerweile auch in der Rolle des Leiters eines Dojos eingelebt und das Karatecenter mauserte sich zu einer der grössten Karateschulen der Ostschweiz. Aber dadurch fielen immer mehr administrative Arbeiten an, die ich frühmorgens oder abends nach den Trainings zu erledigen versuchte. Irgendwann musste ich mir aber eingestehen, dass ich mir Grenzen setzen musste um nicht mehr länger als 23 Uhr zu arbeiten. So strukturierte ich das Karatecenter um und konnte glücklicherweise schon bald eine Person finden, die mir viel Büroarbeit abnahm. Das gab mir wieder Luft mich mehr dem Karateunterricht und den Trainings widmen zu können.

Aber als Geschäftsmann fühlte ich mich eigentlich nie. Ich sehe meine Tätigkeit auch nicht als Geschäft, sondern ich mache das, was mein Gefühl mir sagt. So muss es sein, das gehört zum Karate oder das macht mir Spass, in dieser Hinsicht will ich noch mehr erreichen. Mir ist klar geworden, dass ich nichts erzwingen kann sondern, dass die Zeit kommt und mir einen Wink geben wird. Dann setze ich meine Ideen in die Tat um. Ich denke, ich bin sicher ein schlechter Geschäftsmann. Ich mache sehr viel gratis oder kümmere mich stark um Menschen, die mich um Hilfe bitten. Sensei Ohgami ermahnte mich 2018, dass ich nicht so viel für meine Schüler tun soll, sie sollen sich selber Gedanken machen und üben. Daran arbeite ich heute noch und anerkenne es als Denkaufgabe für mich als Mensch und Dojoleiter. 
Aber ich habe schon Vieles von verschieden Menschen erhalten. So gebe ich weiterhin und hoffe, dass die Menschen um mich herum dies auch machen. Ich denke, wer etwas Gutes tut der bekommt es wieder zurück. Man darf es nicht erwarten, sondern erkennen, wenn man es bekommen hat. 
In punkto Dankbarkeit und Achtsamkeit dürfen wir alle noch dazulernen.

Auszeichnung zum Swiss Leading Karate Dojo 2006

Der Swiss Leading Karate Dojo Award wurde im Jahr 2006 zum ersten Mal vom SKF an Dojos verliehen, welche sich durch ihre überdurchschnittliche Leistungen in den Bereichen Infrastruktur, Human Kapital, Sport und Mitglieder auszeichnen. Darunter befand sich auch das Karatecenter und gehörte somit zu den 35 besten Dojos der Schweiz.

Nicola Gualtieri war mir schon seit 2001 eine wertvolle Hilfe. Er ist immer da wenn Not am Mann ist und ich kann mich voll und ganz auf ihn verlassen. Seine Loyalität, seine Art mich positiv herauszufordern und unser gutes kollegiales Konkurrenzdenken trägt sicher auch dazu bei, dass die Qualität im Karatecenter ein so hohes Niveau erreicht hat. Doch mit der Zunahme der Mitglieder nahmen auch die Anzahl der Trainings zu. Das wiederum erforderte mehr Assistenztrainer, die Trainings leiten konnten. Für das Jahr 2007 war es mir wichtig neue Assistenztrainer zu rekrutieren, denn die Mitgliederzahl betrug bis dahin erfreuliche 170.

2007 kamen zwei neue NET Schüler hinzu. Sportschüler zu trainieren bedeutet nicht nur, sie technisch und konditionell auf dem Tatami fit zu machen, sondern auch ihre Wettkämpfe auf Video zu analysieren und sie mental zu stärken. Dies erfordert einen Rückzugsort, den das Karatecenter mit seiner grossen Trainingshalle und den Garderoben nicht bieten konnte. Ich machte mir Gedanken über eine Umgestaltung, die einen geschlossenen Aufenthaltsraum und einen Videoanalysenraum ermöglichen sollte.

Die Entwicklung in den Jahren 2004 - 2005 Zweiter Umbau wird nötig 2008 - 2009

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