TGKV Lehrgang 2023
Der Thurgauer Karateverband begrüsste Sensei Schlatt, 6. Dan JKA, aus Süddeutschland zum Lehrgang am Samstag, 22. April 2023 in der Turnhalle Löhracker in Aadorf. Diese füllte sich mit ca. 100 Karatekas 4 verschiedener Stilrichtungen, bunt gemischten Gurtgraden und von Klein bis Gross.
Schlatt zeichnete japanische Schriftzeichen, übersetzte sie und erklärte deren Bedeutung für die Karatepositionen und -techniken. Z. B. gibt es mehrere Zeichen für „vorne“. Karatekas bewegen sich nach vorne. Im Junzuki richten wir uns nach vorne aus – mit beiden Hüften, im hanmi gamae dagegen nur mit einer Hüfte da es halbausgedrehter Körper bedeutet.
Grundschule einmal anders. Sehr abwechslungsreich gestaltete Schlatt diese, indem wir die wichtigsten Schläge und Kicks trainierten und in verschiedensten Kombinationen – jeweils 5mal hintereinander – und in schnellem Wechsel ausführten. Das verlangte höchste Konzentration.
Kumite bedeutet nicht Kampf, sondern miteinander handeln. Wir bekämpfen uns nicht, sondern führen die vorgegebenen Bewegungsabläufe intensiv, kraftvoll und präzise aus, wobei wir uns und unser Gegenüber fordern alles zu geben, sowohl beim Angreifen als auch beim Verteidigen. Der Energiepegel in der Halle schwoll im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig an und die pulsierende Dynamik animierte uns, noch effektiver zu agieren. Dazu kamen schnelle Partnerwechsel, die unsere Fähigkeiten und unsere Grenzen bei Angriff und Abwehr erkennen liessen.
Schlatt zeigte die Vorzüge der Kokuzudachi mit seinem Gegenüber. Für ihn die „zweitbeste Erfindung nach der des Rades“. Man kann ohne Schritt zurückweichen und sofort nach vorne in den Angriff gehen.
Als Kata wählte Schlatt die Pinan Nidan. Wir begannen in alle Richtungen zu üben. Trafen wir dabei auf ein Gegenüber, gingen wir mit den Schlägen der Kata ins Kumite über. Sehr spannend und herausfordernd, diese Kombination aus Kata und Kumite.
Nun versammelten sich die zuvor durchmischten Karatekas in 4 Gruppen ihrer Stilrichtung. Ruhige, japanische Musik erklang und Schlatt wies uns an, die Pinan Nidan in langsamen, gleitenden Bewegungen auszuführen. 100 Karatekas ergaben ein Bild aus Fliessen und Anmut.
Das Highlight des Lehrgangs folgte. Die Schwarzgurte jeder Stilrichtung zeigten nacheinander eine Schwarzgurt-Kata. Eine beeindruckende Vorstellung.
Zum Glück erwarteten uns der Koch und die Grillmeister nach dem Training mit feinem Essen und Getränken, die uns stärkten. Wofür? Na klar, für unser nächstes Training!
Herzlichen Dank an den Thurgauer Karateverband, an Schlatt für das aussergewöhnliche und lehrreiche Training, das Küchenteam und die vielen Helfenden, die diesen tollen Anlass ermöglichten.
P. S.: Welche beiden Techniken im Karate enden auf „to“? Das wollte Schlatt wissen.
Wisst ihr es?



























