Was ist Karatedo?

Die japanischen Schriftzeichen (kanji) für"Karate"

Japanisch: die Kunst des Fechtens mit der leeren "unbewaffneten" Hand (Kara = leer, nackt, un-bewaffnet; te = Hand; do = Weg, Grundsatz, Pfad, Lehre, Methode, philosophisches Prinzip).

Kara bedeutet "leer". Kara zeigt an, dass Karatedo eine Kunst ist, durch die man sich ohne Waffen (mit leeren Händen) wehren kann. Im philosophischen Sinn verweist es darauf, dass sich der Kara-teka von allen egoistischen und selbstsüchtigen Gedanken "leer" machen muss, da er nur mit kla-rem Geist verstehen kann, was er empfängt. Karatedo ist die hohe Kunst des unbewaffneten Kampfes und ein ausgezeichnetes System zur Er-langung von überdurchschnittlicher Fitness und Körperbeherrschung. Es ist bestens geeignet, dem täglichen Stress entgegenzuwirken. Ein regelmässiges Training fördert die Gesundheit, die Ge-schmeidigkeit des Körpers und führt zu aktiv-positivem Denken. Hände, Füsse, Knie und Ellbogen entwickeln sich zu gefährlichen Waffen, mit denen man sich und andere in Notsituationen wirksam verteidigen kann.

Die inneren Werte lassen sich nur durch jahrelanges Training erfahren. Jeder gewinnt aus Karatedo genau so viel, wie er an Zeit des Nachdenkens und für das körperliche Training aufwendet.

Karatedo ist für alle geeignet, für Frauen und Männer jeden Alters. Das war eines der Hauptanlie-gen der Begründer. Die alten Meister legten grössten Wert auf die Erkenntnis, dass Karatedo ein Weg ist, den Körper und Geist lebenslang zu schulen.

Karatedo ist wie ein Baum

Ein fester Stamm (Tradition/Technik/Gesundheit)
starke Wurzeln (Verankerung im Ursprung/Verbindung zum realen Leben und Alltag)
verschiedene Äste (Kata/Zweikampf/Sport/Kinder/Senioren/ Selbstverteidigung/Kunst)
grüne Blätter (um das Licht der Erkenntnis aufzunehmen/Ziel des Do)
und saftige Früchte (um weiterzugeben was empfangen wurde)

 

Rei

Gruss, Verbeugung, Anstand, Respekt. Der Gruss beinhaltet, dass man für sich und den Partner verantwortlich ist. Er ist ein Ausdruck der Höflichkeit, des Respekts und der Aufrichtigkeit. Beim Betreten des Dojo wissen wir, dass ein ernstes Stück Arbeit vor uns liegt.

Mokuso

Es kann als "ruhiges Denken" im Sinne von Entspannung, Konzentration und Versenkung verstan-den werden. Traditionsgemäss wird Mokuso am Anfang und am Ende eines jeden Trainings ausge-führt. Einerseits hilft es, sich von der, den Lernprozess störenden, inneren Hektik zu befreien; an-dererseits unterstützt es den Verarbeitungsprozess der aufgenommenen Informationen.

Jedes Training beginnt und endet mit Mokuso.

Do

Das Schriftzeichen für "Do"

Prinzip der asiatischen Weltanschauung, das als Begriff aus dem japanischen Zen-Buddhismus stammt. Do ist der Ort, wo der Weg (das Menschsein) geübt wird. Die Silbe "do" drückt aus, dass nicht primär das Ergebnis wichtig ist, sondern das Handeln, der Weg selbst. Do ist ein Weg, in des-sen Zentrum eine übung (Form) steht, deren Ziel jedoch nicht das Erlernen irgendeiner Fertigkeit, sondern das Erweitern des im Menschen gewachsenen Potentials ist, durch das er zu seiner Sinn-bestimmung wachsen und sein Leben mit Bewusstsein und Erkenntnis erfüllen kann.

Karate ni sente nashi

"Es gibt keinen ersten Angriff im Karatedo". Dieser Leitsatz stammt ursprünglich aus dem japani-schen Bushido, wo er besagte, dass ein Samurai in jeder Situation einen beherrschten Geist be-wahren muss und das Schwert nicht wegen jeder Provokation oder Kleinigkeit ziehen darf. Durch diese Regel wird der übende an die Bedeutung des ruhigen und kontrollierten Geistes erinnert, durch den sich in den Kampfkünsten der Meister vom Anfänger unterscheidet. Im Karatedo wurde die Bedeutung erweitert. Sie passte sich der stärker ausgeprägten philosophischen Tendenz des Karatedo an und verkörpert darin den Wunsch nach Frieden und Harmonie. In den Kata wird dies symbolisch verdeutlicht, indem jede erste und letzte Technik eine Abwehr ist.

"Shuhari" lernen,abweichen und sich entfernen.

Der wirkliche Fortschritt eines übenden wird in diesem Wort ausgedrückt. Er vollzieht sich in drei Stufen: Lernen, abweichen und sich entfernen. "Shu" bezeichnet den Gehorsam gegenüber der traditionellen Lehre. Dazu gehört insbesondere die korrekte Technik. "Ha" ist die zweite Stufe und bedeutet das Ende des blossen Formlernens. Im "Shu"-Abschnitt lernt der Schüler die Formen, in der "Ha"-Stufe muss er sie hinterfragen und verstehen. Die "Ha"-Stufe beginnt mit dem Erreichen des zweiten Schwarzgurtes. "Ri" ist die Stufe zur Vollendung des Geistes. Sie ist die vollkommene Meisterschaft der inneren und äusseren Haltung. Shuhari ist die Philosophie der Kampfkunst Kara-tedo. Wie das Leben ist auch Karatedo ein Weg, der vom Lernen zur Reife, von der Unerfahrenheit zur Erfahrung, von der Jugend zum Alter führt.

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