Geschichte

Vor mehr als tausend Jahren wurden karateähnliche Techniken von buddhistischen Mönchen im Kloster Shaolin (China) geübt. Man nimmt an, dass der indische Mönch Bodhidharma (525 n. Chr., Begründer des Zen-Buddhismus) bei seiner Reise von Indien nach China eine Ur-Form von Karate im Shaolin-Kloster einführte.
Er unterwies die Mönche im Zen-Buddhismus und in gymnastischen Kampfformen (Shi-pa-lo-han-sho; "die achtzehn Hände der Buddha-Schüler"), aus denen sie grosse Ausdauer und Stärke sowie Kraft des Geistes gewannen. Diese achtzehn Formen sind der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Kampfkünste. Um die von ihm entwickelten Techniken zu sichern, schuf Bodhidharma ein formales Lehrsystem, die Kata, mit denen alle Übungen auch ohne Partner durchgeführt werden konnten.
Diese Kampfkunst wurde immer weiter entwickelt und später von Chinesen auf die Insel Okinawa gebracht, wo sie sich mit den Kampftechniken der Bewohner dieser Insel vermischte. Als die Feudalherrscher den Waffenbesitz verboten, förderten sie ungewollt die Entwicklung des Kampfes mit leeren Händen. Durch hartes Training wurden die Inselbewohner gefürchtete Gegner, selbst für den bewaffneten Feind. Diese Kampfkunst wurde dann aufgrund ihres chinesischen Ursprungs "Karate" genannt, geschrieben mit den Schriftzeichen, die wörtlich "Chinesische Hand" bedeuten.

Der moderne Meister dieser Kunst, Gichin Funakoshi, welcher 1957 im Alter von 88 Jahren starb, änderte die Schriftzeichen in der Weise, dass sie nunmehr bei gleicher Aussprache "leere Hände" bedeuteten. Funakoshi wählte diese Deutung bewusst wegen ihres Sinnes in der zenbuddhistischen Philosophie. Für ihn war Karatedo eine Kampfkunst, gleichzeitig aber auch ein Weg ("Do") um den Charakter zu formen. Karatedo wurde erstmals im Juni 1922 offiziell in Japan der Öffentlichkeit demonstriert. Anstoss dazu gab Jigoro Kano, der Begründer des Judo. Die Zuschauer waren von der Darstellung so beeindruckt, dass sie Funakoshi baten, in Tokio zu unterrichten. So lehrte Funakoshi das Karatedo an mehreren Universitäten. Wenig später kamen andere grosse Meister nach Japan und es entstanden die vier grossen traditionellen Schulen (Ryu) Japans: Wado-ryu, Shotokan, Goju-ryu und Shito-ryu. Als Begründer des Karatedo in der Schweiz gilt Bernard Cherix (*1927). Er machte 1957 die Bekanntschaft des japanischen Meisters Tetsuji Murakami (1927-1987) in Paris. Am 22. September 1963 wurde Karate als Sektion des Schweizerischen Judoverbandes aufgenommen. Am 1. Januar 1970 akzeptierte der Schweizerische Judo- und Budoverband die Gründung des Schweizerischen Karate-Verbandes und damit die Eigenständigkeit dieser Kampfkunst. Am 29. August 1970 wurde der SKV offiziell in Sion gegründet. Nachdem sich anfangs der siebziger Jahre weitere Stilrichtungen und damit nationale Verbände etablierten, wurde am 16. Juni 1979 in Fribourg der heutige Dachverband SKV gegründet. Am 15. November 1986 wurde der SKV als 75. Sportverband in den Schweizerischen Landesverband für Sport, heute Swiss Olympic Association, aufgenommen. Am 25. Juni 1995 stimmte die Eidgenössische Sportkommission (beratendes Organ des Bundesrates) dem Antrag der Eidgenössischen Sportschule Magglingen zur Aufnahme des Karatedo als Jugend+Sport-Fach zu.

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